Liebe auf den ersten Blick – und was danach kommt...
Afrikanische Papageien gelten nicht nur als besonders intelligent, sondern ziehen Papageienfreunde auch durch ihre Austrahlung unwiderstehlich in ihren Bann. So kam Marlies Reuter aus Witten nicht an einem kleinen Meyers Papagei in einer Zoohandlung vorbei. Obwohl sie beim Kauf nur recht wenig über diese Art wusste, zog „Herr Meyer“ bei ihr ein. Im Folgenden beschreibt die Autorin ihre Erlebnisse mit dem liebenswerten kleinen Meyers Papageien.

Herr Meyer im Ahorn
Die kleinen afrikanischen Papageien sind eifrige Nager, die regel- mäßig frische belaubte Zweige benötigen, um sich wohl zu fühlen
Bereits seit meiner Kindheit halte ich Vögel. Es waren fast immer Karnarienvögel, lediglich zwischendurch auch mal zwei Wellensittiche. Schon als Kind träumte ich jedoch von einem Papagei und las sämtliche Ratgeber. Die Anschaffung verwarf ich jedoch jedes Mal wieder, denn meine Mutter reagierte allein auf die Vorstellung von umhergeschleuderten Obst allergisch und der erhebliche Krach sei nicht auszuhalten! So blieb ich beim Karnarienvogel – bis zu jenem Tag...
Inzwischen erwachsen und mit dem Vorsatz einen neuen Karnarienvogel zu kaufen, betrat ich das Zoofachgeschäft. Ringsherum sah ich viele schöne uund bunte Vögel und auch jede Menge Karnarienvögel, aber gleich am Eingang schauten mich zwei kleine, damals noch ganz schwarze Knopfaugen eines aufgeplusterten, grünbäuchigen, sonst recht unscheinbaren Jungvogels an. Er saß allein inmitten von Nymphensittichen. Ich schaute zurück und es war passiert: Ich war verliebt! Anfangs noch zögernd, erkundigte ich mich nach dem Vogel.
Er sei im letzten Jahr geschlüpft und ein Meyers Papagei (poicephalus meyeri). Es handele sich um einen leisen Papagei, versicherte man mir (was man so als erfahrener Papageienhalter leise nennt), und er würde nicht beißen (ja, ich war so dumm und glaubte das!). Warum er denn keine Artgenossen bei sich habe, fragte ich. Er sei von diesen aufgrund seiner nicht ganz perfekten Krallen gebissen worden. Er könne auch nicht gut klettern und sei deshalb immer angegriffen worden. Als Ausstellungsvogel seien ihm zudem die Schwungfedern gestutzt worden, die aber bald nachwachsen würden. Es gruselte mir. Der arme kleine Vogel konnte also nicht fliegen und nicht einmal gut klettern. Mitleid kam auf – eine der häufigsten Empfindungen, die im Geschäft zum Kauf eines Tieres führen, wie ich später erfuhr. „Es ist ja auch nur ein ganz kleiner Papagei“, beruhigte ich mich, „so handlich. Dazu diese Knopfaugen – der Vogel war mein!
Eine knappe Stunde später hatten mir zwei Freundinnen geholfen, den Käfig einzurichten. Der Vogel, der inzwischen „Herr Meyer“ getauft worden war, saß darin und ängstigte sich sehr, drückte sich panisch mit weit aufgerissenen Augen in die hinterste Ecke. Bei großer Angst erstarren Meyers Papageien und bewegen sich nicht. So sind sie in den Baumkronen mit ihrer dezenten Färbung nahezu nicht auszumachen. Wenn man in Herrn Meyers Nähe kam, fiel er sofort vom Ast. Was der arme Kerl wohl schon alles erlebt hatte?
Da saß ich nun. Mit einem Papagei, über den ich wirklich gar nichts außer seiner Artbezeichnung wusste. Mir wurde in diesen ersten Momenten meine Verantwortung dem Tier gegenüber für die (hoffentlich) nächsten 30 Jahre bewusst, und doch ahnte ich nicht im Mindesten, was noch alles auf mich zukommen würde.
Zunächst begab ich mich auf die Suche nach mehr Informationen. Meine Recherche, die unbedingt vor dem Kauf eines solchen Tieres erfolgen sollte, das Internet. Ich wollte diesen saßen kleinen Kerl verstehen lernen und ihm ein möglichst schönes Leben bieten. Leider gibt es nur wenig Literatur und auch sonst kaum Informationsmaterial zum Meyers Papagei, da er eher selten gehalten wird. Also orientierte ich mich zunächst am artverwandten und häufiger gehaltenen Mohrenkopfpapagei (poicephalus senegalus), der auch in die Gruppe der afrikanischen Langflügelpapageien gehört.
Mohrenkopfpapageien gelten als niedlich, verspielt und als kleine bunte Clowns, die allerdings etwas lauter sind und häufiger kreischen als Meyers Papageien. Letztere sind eher unscheinbar gefärbt und sollen etwas aggressiver sein ( vor allem die Männchen), was mit die Gründe dafür sein mögen, dass sie seltener gehalten werden.
Herr Meyer konnte mich während meiner Recherche am Computer aus sicherer Entfernung ganz in Ruhe beobachten. Ich sprach ständig leise mit ihm und las ihm -häufig stirnrunzelnd- die Ergebnisse meiner intensiven Informationssuche im Internet vor. Außerdem sollte er schließlich wissen. wie man sich so als "richtiger" Meyers Papagei verhält. Anfangs ahmte er ausschließlich die Laute der Nymphensittiche nach, mit denen er im Zoogeschäft zusammen gesessen hatte. Ich antwortete darauf, und langsam begann er auch mit Kontaktrufen, wenn ich das Zimmer verließ.
Gerade bei Jungvögeln ist es besonders wichtig, diese Rufe immer zu beantworten. Im natürlichen Lebensraum sind sie für den Jungvogel überlebenswichtig denn hat er seinen Schwarm verloren, wird er schnell zur Mahlzeit für andere Tiere. Hinzu kam noch die Behinderung aufgrund der gestutzen Flegel, die ihn zusätzlich in Angst versetzen musste.
Noch wochenlang hatte ich ein panisches, verstörtes Tierchen vor mir. So hatte ich mir das Leben mit einem kleinen und so putzig aussehenden Papagei nicht vorgestellt! Teilweise war ich wirklich verzweifelt, aber ich gab nicht auf. Schließlich hatte ich mich ja entschieden, Herrn Meyer mitzunehmen, nicht er. Viele Halter mit weniger Geduld und Nerven geben ihre Tiere in dieser Phase leider ab, da sie nicht mit Ihnen zurechtkommen.
In der ersten Zeit, als Herr Meyer sich an mich gewöhnte, lud ich nur wenige Freunde ein, und diese dann einzeln. Sie wurden instruiert, sich nicht hektisch zu bewegen, sich für den Kleinen gut sichtbar auf dem Sofa niederzulassen und nicht in den Käfig zu starren. Denn wird der Papagei angestarrt, bedeutet dies großen Stress für ihn. Schließlich ist er ein Beutetier. Beutegreifer visieren ihre Beute zunächst an, um dann anzugreifen und sie zu fressen.
Schnelle Bewegungen in Richtung seines Käfigs hatten panisches Flattern und den Sturz zu Boten zur Folge; es war herzzerreißend. Man hielt mich schon damals für ein wenig verrückt, weil ich so viel Geduld und vor allem Zeit für mein neues Hobby, den kleinen Herrn Meyer aufbrachte, doch der Erfolg gab mir recht. Langsam wurde Herr Meyer neugieriger, schien sich allmählich sogar zu freuen, wenn er mich sah.
Seine ersten Ausflüge außerhalb des Käfigs waren sehr aufregend für uns Beide. Er vergaß ständig, dass er nicht fliegen konnte, und stürzte ab wie ein nasser Sack. Ich hatte überall Leitern angelehnt, sodass er auf Tischhöhe und auch wieder in seinem Käfig klettern konnte. In seinem Käfig, das wusste er inzwischen, würde ihm nichts passieren. Auch zu mir fasste er immer mehr Vertrauen und hielt mich mit der Zeit für ein prima Taxi. Ich durfte ihn, auf den Leiter sitzend, von A nach B transportieren. Sein erster Schritt, nicht zu dressieren war getan.
Unternehmungslustig
Meyers Papageien sind vergleichsweise leise Vogel, stellen dafür aber unermüdlich die Wohnung des Halters auf den Kopf. Alles wird ausführlich unter die Lupe genommen.
Erst nach sechs Monaten wuchsen seine Schwungfedern langsam nach- und damit auch sein Selbstvertrauen. Außerdem bekam er die ersten "meyersspezifischen" gelben Federchen, und die rote Iris entwickelte sich. Der Kleine wurde erwachsen.
In der " Pubertät" wachsen an Stirn und Flügelbug gelbe Federn, weswegen der Meyers Papagei auch Goldbugpapagei genannt wird.
Der Jungvogel
Das Foto zeigt Herrn Meyer als noch nicht ausgefärbten Jungvogel im Dezember 2005
Jetzt, nach einem halben Jahr, war es möglich, wieder mehr Freunde einzuladen, die Herr Meyer inzwischen aus sicherer Entfernung gerne und interessiert beobachtete. Er lernte, dass Menschen ganz interessant sein können und häufig auch das eine oder andere Leckerchen herüber reichen. Wenn er sie lustig quietschend und Kopfüber an der Käfigdecke baumelnd dazu aufforderte, taten sie es lachend und auch sofort. Der zweite Schritt der Dressur war getan. Bei diesem Spielchen mit Besuchern benutzt Herr Meier inzwischen auch gern Spielzeuge. Er lässt sie demonstrativ fallen, schaut nach unten und blickt dann denjenigen an, der vor ihm sitzt. Es funktioniert fast immer, dass ihm das Spielzeug wieder aufgehoben wird - mit dem Ergebnis, dass das Ganze von Neuem beginnt. Menschen sind sehr leicht zu dressieren!
Die Probleme, die man mit einem Papageien in der Pubertät haben kann, waren mir zu dem Zeitpunkt Gott sei Dank auch nicht bekannt. Aber ich hatte Glück: aufgrund seiner, zu dieser Zeit noch recht geringen Mobilität, waren sie nicht ganz so ausgeprägt. Erst während der zweiten Balz wurde ich mit Attacke- Flügen und Bissen aus heiterem Himmel konfrontiert, einfach weil der Vogel gerade ein Ventil brauchte. Ich suchte Rat bei der Verhaltensberaterin Hildegard Niemann, die mir empfahl Herrn Meyer mehr schlafen zu lassen. Immer mindestens zwölf Stunden, denn in seinem natürlichen Lebensraum sind Tag und Nacht zwölf Stunden lang. Wir schlafen jedoch meist nur acht Stunden, was für den Vogel ständigen Schlafmangel bedeutet. Da ist schlechter Laune nur verständlich, und wie soll der Papageien sich schließlich anders äußern als durch Beißen oder Kreischen?
Der zweite Rat lautete, Herrn Meyer während der Balzzeit weniger bis gar kein süßes Obst zu geben, statt dessen nur Gemüse. Gemüse enthält weniger Zucker und wird nicht so schnell in Energie umgewandelt, von der Herr Meyer zu der Zeit ja dann ohnehin genug hat. Beide Ratschläge befolgte ich - und hatte tatsächlich einen ganz anderen Vogel vor mir! Er war viel lieber und ausgeglichener. Es klappte prima mit dem Gemüse, auch wenn Herr Meyer Obst bevorzugt und immer versuchte, etwas zu ergattern. Bei Ausrutschern in der Fütterung während dieser Zeit, wurde ich mit ohrenbetäubendem Gekreische und teilweise heftigen Bissen bestraft. Ich war froh, als dieser Phase überstanden war. Bis zum nächsten Jahr, aber dann bin ich vorbereitet.
Die externe Hilfe der Expertin, die mir das Verhalten meines kleinen "Schnabeltieres" erklärte, kann ich gar nicht hoch genug bewerten. Häufig werden die falschen oder gar nicht verstanden Vögel bei derartigen Problemen einfach abgegeben und zur sogenannten Wanderpokalen, wie wichtig es für Papageienhalter ist, sich umfassend über die Verhaltensweisen der Tiere zu informieren. Auf meinem ersten Workshop für Papageienhalter traf ich nicht nur Menschen, die wie ich im mehrdeutigen Sinn einen Vogel haben, sondern wurde auch von den Referenten überzeugt, meine Vogelhaltung zu überdenken, viele Dinge zu ändern und/oder zu optimieren.
Ich stellte die Ernährung von Herrn Meyer auf Extrudatfutter um. Dieses enthält alle wichtigen Nährstoffe, aber wesentlich weniger Fett als Körnerfutter. Bei Letzterem sucht sich der Vogel die fettreichen Körner heraus, da diese ja die leckersten sind. In unseren Haushalten können wir den Papageien nie so viel Freiflug bieten, wie sie in der Natur hätten, wo er kilometerlange Strecken zurücklegen muss. Auf diese Tatsache ist das Futter entsprechend abzustimmen. Zuerst war ich sehr skeptisch, schienen mir die Körner doch das natürlichste Futter zu sein, aber das jetzt glänzende Gefieder, der glatte, nicht mehr splitternde Schnabel, die problemlose Mauser, sowie die von deutlich sichtbaren Lebensfreude und Fröhlichkeit meines Vogels überzeugten mich.
Weiter ging es mit der Käfigeinrichtung, die ich jetzt ständig verändere, damit keine Langeweile aufkommt. Zu den verschiedenen Spielzeugen kommen frei schwingende Elemente im Käfig auf denen Herr Meyer sein Gleichgewicht trainiert. Das war gerade in der Zeit sehr wichtig, in der er wieder anfing zu fliegen und sicher landen zu lernen.
Um Luftfeuchte und UV- Lich hatte ich mir vor der Anschaffung auch keine Gedanken gemacht. Bisher war ich davon ausgegangen, dass nur Reptilien UV- Licht brauchen, aber auch Papageien benötigen diese speziellen Strahlen für ihre Gesundheit. Die natürlichen UV- strahlen aus dem Sonnenlicht dringen nicht durch Fensterscheiben. Leider kann man auch keine herkömmliche Tageslichtlampe verwenden, da diese für das Vogelauge zu sehr flackert. Vögel sehen in einem anderen Frequenzbereich als wir, sodass eine spezielle Lampe mit höherer Frequenz, die das Vogel Auge nicht als flackernd wahr nimmt, erforderlich ist. Sie ist allerdings schwer zu bekommen und außerdem teuer.
Auch den erheblichen Dreck sowie die komplette Umgestaltung meines Lebensraumes hatte ich vor der Kaufentscheidung nicht bedacht. Alles wird mit dem kräftigen und geschickten Schnabel zerlegt. Was greifbar ist, wird herunter geschoben oder fallengelassen. Sämtliche Dekorationsgegenstände, die man entweder fressen oder durch die Gegend werfen kann, wie zum Beispiel Kerzen, sind inzwischen frischen grünen Zweigen im Zimmer gewichen, die Herr Meier fröhlich und schnellstmöglich in Kleinholz mit Waldboden darunter verwandelt, auf denen er gleichzeitig aber auch sein Gleichgewicht trainiert. Mein eigener Wohnraum hat sich also zu Gunsten des Vogels komplett verändert. Auch das ist besser vor der Anschaffung zu bedenken, denn es fällt schon manchmal schwer, seine eigenen Bedürfnisse nach Kerzenlicht, Lichterketten, frischen Blumen oder schönen blühenden Topfpflanzen zurückzustellen. Ein Papagei zwingt zur Ordnung. Handys, Fernbedienungen, Stifte, Kekspackungen und Obstkörbe lässt man nur einmal unbeaufsichtigt
Die Beschäftigung eines Vogels, die ich ebenfalls für Herrn Meyer lernen musste, ist der wichtigste Punkt überhaupt. Da ich Ihn ja wegen seiner Angst vor anderen Vögeln als Einzelvogel halte, habe ich ihm kaum alleine gelassen. Er hat außerdem das Glück, das Ich als Rollstuhlfahrerin sehr viele Dinge von zuhause aus erledige. Mit einem acht Stundenjob außer Haus wäre diese Form der Haltung definitiv nicht vereinbar. Herr Meyer braucht als einzeln gehaltener Papagei wesentlich mehr Aufmerksamkeit als ein Papageien Pärchen, oder einem Schwan lebender Vogel. Nie lasse ich je länger als ein paar Stunden allein, und dann nur mit Beschäftigungsmöglichkeiten und leise laufendem Radio. Absolute Stille gibt es im Urwald nur, wenn Gefahr droht, und so wirken leise Hintergrundgeräusche Stress abbaued. Erst wenn er schläft, bin ich unterwegs. Muss ich länger weg, nehme ich Ihn mit. oder bringe ihm zu meiner Mutter, bei der inzwischen auch ein großer Käfig für ihn bereitsteht
Herr Meyer und ich haben nach nunmehr drei Jahren durch gezieltes Training und spielen eine gute Vertrauensbasis aufgebaut. Er hat gelernt, dass neue Situationen nicht zwangsläufig erschreckend sein müssen, sondern auch Positives zur Folge haben können. Ich gab ihm möglichst viele neue Eindrücke, die eine positive Erfahrung für ihn darstellten, und bestärkte ihn immer mit viel Lob, wenn er ganz mutig neues entdeckte. Um das Zusammenleben zu vereinfachen, beschäftige und trainiere ich verschiedene Dinge mit ihnen. Er kommt beispielsweise auf Zuruf auf die Hand, sodass ich ging jederzeit in den Käfig setzen kann. Gerne kommt er auch morgens mit ins Bad und sogar mit unter die Dusche. Zuerst muss er ganz nass sein, dann erst darf ich duschen. Dabei genießt er auf gepustet und Tropfens mit geschlossenen Augen den Wasserdampf, der auf seiner Atemwege wohltuend wirkt.
Paprikamassaker
Wie viele lang Flügelpapageien liebt auch Herr Meyer rote Paprika von der am Ende nur noch Brösel übrig bleiben
Inzwischen hat Herr Meier auch gelernt, zeitweise alleine zu spielen und sich zu beschäftigen. Dieses Verhalten muss von einem einzelnen gehaltenen Vogel erlernt werden, damit er sich nicht für den Menschen zum Tyrannen entwickelt. Spielte er mit seinen Spielzeugen oder zerkleinerte er frische Zweige, lobte ich Ihnen. Am liebsten zerlegte er natürlich meine Spielzeuge: das Telefon, den Fotoapparat oder die Computertastatur. Es muss doch einen Sinn ergeben, dass der Mensch diese Dinge so oft einen fast und sich damit beschäftigt... Und als Belohnung gibt es danach fast immer ein tolles Theaterferien. Mit viel Geschrei und gefochten meinerseits das macht ihm Spaß! Der gefundene Kompromiss ist nun der, das im mir bei der Herstellung seiner Spielzeuge helfen darf. Wenn nicht die Holz Klötzchen oder Perlen auf Leder Bänder oder Baumwollschnüre auffädele, macht es ihnen nämlich viel mehr Spaß, diese wieder zu entnoten.
Der Ouellet Bleche Zeitaufwand für einen Papageien, möge dieser noch so klein sein, betrifft auch die Suche nach der adäquaten Urlaubs Betreuung. Ich mache mit Herrn Meyer regelmäßige Ausflüge Ausland zu meiner Mutter, die in versorgt, wenn ich im Urlaub den. Bei schönem Wetter genießt er es, unter Aufsicht im Käfig draußen zu setzen und alles zu beobachten meine Mutter hat dem kleinen Schelm trotz seiner Obst Schleuder rein, inzwischen auch in ihr Herz geschlossen.

Frischluft...
... Ist wichtig für alle Papageien. Bei schönem Wetter tanken die Vögel zudem noch eine wichtige Portion UV- Strahlung, die durch Fensterglasscheiben ausgefiltert wird.
Für den Transport an sich besitzt Herr Meyer einen speziellen Rucksack, in dem er bequem auf einem Ast sitzen kann. Der Gazestoff ist schnabelsicher (für seine größte zumindest, zu, Herr Meyer kann heraus schauen, fühlt sich geschützt und kann alles beobachten. Er fährt inzwischen auch gerne Auto, spielt fröhlich quietschend mit seinen Spielzeug, dass im Rucksack hängt, oder verspeist Apfelstückchen. Ich habe mit diesen Ausflügen angefangen, als er fliegen konnte und sich weitestgehend in meiner Gegenwart sicher fühlte. Er gewöhnten sich schnell daran. Der Ortswechsel scheint ihm Spaß zu machen, denn egal ob wir zu Hause oder bei meiner Mutter zu Besuch sind: er weiß sofort, wann welcher Abläufe und Rituale folgen. So ist z.B. das Ritual des schlafende Gehens bei meiner Mutter ein anderes, aber er weiß sofort Bescheid. Die verschiedenen Menschen, sowie eine andere Umgebung machen ihnen selbstsicherer und fördern seine geistigen Fähigkeiten. Er lauscht auf dem Land den Vogelstimmen, und solange er sie nicht sieht, ist alles in Ordnung. Mittlerweile ahmt er schon einige Vögel nach, wie beispielsweise die Krähen oder schimpfenden Amseln. Auch die Frösche im Teich haben es ihm angetan. Von unserer Sprache beherrscht er bisher nur zwei Wörter, nämlich ein lautes und deutliches Nein (wie das wohl kommt?!) und Komm.
Den ersten Tierarzt Besuch schob ich sehr lange vor mir her. Meine Argumente: „Er sieht doch ganz gesund aus“ und „ich brauche doch erst zum Tierarzt zu gehen, wenn er krankt ist“, wurden mir von allen Seiten argumentativ einleuchtend widerlegt: wir gingen schließlich auch regelmäßig zu Vorsorgeuntersuchungen und brächten unsere Autos zur Inspektion. In der Natur würden Papageien mit Krankheitszeichen aus dem Schwarm ausgeschlossen, damit sie die anderen Vögeln nicht gefährdeten, versuchen sie ihre Krankheit so lange wie möglich zu verstecken. Das natürlich auch bei uns zuhause. Wenn man die Krankheit sieht, ist es meist bereits zu spät. Gerade das letzte Argument überzeugte mich, und auch im Hinblick auf Herrn Meyers nicht ganz bekannte Vorgeschichte plante ich den Tierarztbesuch bei einem Spezialisten; denn mit Zahnschmerzen geht man ja auch nicht zum Hausarzt. Dafür nahm ich mit dem Vogel eine sehr lange Fahrt nach Luxemburg und hohe Kosten in Kauf.
Der Tierarzt stellte mittels Endoskopie fest, das es wirklich ein Herr Meyer ist. Seine Luftsäcke und Organe waren in einen prima Zustand. Auch die Blutwerte waren in Ordnung, aber leider ergab die Blutuntersuchung einen positiven Befund in Bezug auf Paramyxo Viren (PMV). Es ist nun wichtig, das Immunsystem zu stärken, damit keine Virus bedingte Krankheit ausbricht. Die Fütterung mit Extrudatfutter wird aufgrund dieser Diagnose sehr empfohlen, da das Futter unter anderem leichter verdaulich ist. Ich war froh, diese Form der Fütterung bereits vor der Diagnose gewählt zu haben.
Mein Fazit: im Zoofachhandel sagte man mir, der Meyers Papagei sei ein Anfängervogel und aufgrund seiner geringen Größe und seines lieben Wesens leicht zu handhaben. Nach meiner Erfahrung wird diese Aussage diesen Zwerg unter den Großpapageien jedoch nicht gerecht. Mein kleiner Kerl braucht heute, mehr als drei Jahre nach der Überwindung seiner Scheu vor dem Menschen, jede Menge Aufmerksamkeit, die er auch vehement und häufig lautstark einfordert. Man braucht starke Nerven und liebevolle Konsequenz für die Erziehung, denn sonst tanzt der Vogel aufgrund einer Intelligenz und seiner scharfen Beobachtungsgabe außerdem seines hervorragenden Gespür für Stimmungen und Abläufe, dem Halter schnell auf der Nase herum. Aber es sind gerade diese Intelligenz, die Lernfähigkeit sowie der eigenen Charakter und der Charme des kleinen Clowns, die mich immer wieder lachen und staunen lassen.
Mir war beim Kauf des Vogels schon bewusst, dass ich mein Leben von nun an ändern würde - aber in welchem Ausmaß, das war mir nicht klar. Die Haltung eines Papagei ist ähnlich zeitaufwendig wie die eines Hundes, wenn nicht aufwendiger. Der Vorteil des Papageies ist allerdings der, das man nicht bei Wind und Wetter mit ihm raus muss; dafür kann man ihnen aber auch nicht so einfach mit überall hinnehmen. Diese möchten jedoch immer und überall dabei sein. Der Papagei lebt in einer Partnerschaft und im Schwarm, den wir nicht rund um die Uhr ersetzen können. Wir können den Vogel aber durch größtmögliche Beschäftigung und Aufmerksamkeit so in unser Leben einbinden, dass er möglichst viele seiner natürlichen Bedürfnisse befriedigen kann. Unbedingt Bedenken sollte man den äußerst hohen Zeit- und Geldaufwand - und das bitte vor der Anschaffung des Tieres oder der Tiere!
(erschienen im WP-Magazin Heft 01/2009)